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Formelsammlung

Jede Kennzahl mit Formel, Lesehilfe und Rechenbeispiel. Die Beispiele entstehen aus denselben Rechenfunktionen wie die Auswertungen.

Mengen und Umsatz

Absatz (Stück)

Absatz = Σ verkaufte Menge der Positionen im Zeitraum

Summe der verkauften Stück aus den Verkaufsberichten (SLSRPT) der teilnehmenden Händler.

Lesehilfe: Grundlage fast aller anderen Kennzahlen.

Beispiel Positionen 120 + 85 + 240 Stk. = 445 Stk.

Umsatz

Umsatz = Σ gemeldeter Umsatz;  fehlt die Angabe: Umsatz = Menge × Verkaufspreis

Der Umsatz wird möglichst aus der Meldung übernommen. Fehlt er, rechnet die Plattform ihn aus Menge und gemeldetem Verkaufspreis.

Lesehilfe: Umsatz in Euro, Brutto oder Netto wie vom Händler gemeldet.

Beispiel 12 Stk. × 39,90 € = 478,80 €

Geldwerte erst ab Mindestzahl.

Ø Verkaufspreis

Ø Preis = Umsatz ÷ Absatz (nur Positionen mit Umsatzangabe)

Der tatsächlich erzielte Stückpreis – keine UVP und keine Empfehlung.

Lesehilfe: Vergleichbar nur bei gleichem Zeitraum und gleichen Artikeln.

Beispiel 9.580 € ÷ 240 Stk. = 39,92 €

Wachstum

Wachstum = (Wert jetzt − Wert Vorperiode) ÷ |Wert Vorperiode|

Veränderung gegenüber dem Vergleichszeitraum (Vorjahr oder Vorperiode).

Lesehilfe: Negativ = Rückgang. Bei sehr kleinen Vorperioden wird das Ergebnis schnell groß.

Beispiel (120 − 100) ÷ |100| = +20,0 %

Wachstum p. a. (CAGR)

CAGR = (Wert Ende ÷ Wert Start)^(1 ÷ Jahre) − 1

Das gleichmäßige Jahreswachstum, das vom ersten zum letzten vollen Kalenderjahr führt. Glättet Schwankungen zwischen den Jahren.

Lesehilfe: Nur vollständige Kalenderjahre im Zeitraum werden verglichen.

Beispiel ((121 ÷ 100)^(1 ÷ 2) − 1) = 10,0 %

Nur wenn alle Jahre im Zeitraum die Schutzregeln erfüllen.

Wachstumsbeitrag

Beitrag = (Teil jetzt − Teil Vorperiode) ÷ Gesamt Vorperiode

Wie viele Prozentpunkte des Gesamtwachstums ein Teil (etwa eine Warengruppe) beisteuert. Die Beiträge aller Teile ergeben zusammen das Gesamtwachstum.

Lesehilfe: Ein Teil kann stark wachsen und trotzdem wenig beitragen, wenn er klein ist.

Beispiel (215 − 200) ÷ 2.000 = 0,8 %

Preis-Mengen-Umsatzbrücke

ΔUmsatz = Mengeneffekt + Mixeffekt + Preiseffekt
Mengeneffekt = (Q1 − Q0) × P̄0
Mixeffekt = Σ (q1 − Q1 × q0 ÷ Q0) × p0
Preiseffekt = Σ (p1 − p0) × q1

Zerlegt, woher eine Umsatzänderung kommt: mehr oder weniger Stück, eine Verschiebung zwischen Warengruppen mit unterschiedlichem Preisniveau oder eine Preisänderung. Q = Stück gesamt, P̄ = Ø Preis gesamt, q und p = Stück und Preis je Warengruppe (0 = Vorperiode, 1 = jetzt).

Lesehilfe: Die drei Teile addieren sich genau zur Umsatzänderung. Je Warengruppe gilt: Mengen- plus Preiseffekt = Umsatzänderung dieser Warengruppe.

Beispiel Umsatz 17.000 € → 19.360 €: Menge 1.943 €, Mix 57 €, Preis 360 € = 2.360 €

Nur Warengruppen, die in beiden Perioden verkauft wurden. Es gibt keine Gesamtsumme über ausgeblendete Warengruppen.

Markt und Anteile

Marktanteil

Marktanteil = Absatz der Auswahl ÷ Absatz des Marktes (bei sonst gleichen Filtern)

Wie groß der Anteil der Auswahl am Markt ist – nach Stück oder nach Umsatz.

Lesehilfe: Nur aus Marktwerten, die die Schutzregeln erfüllen.

Beispiel 120 Stk. ÷ 1.500 Stk. = 8,0 %

Index (Markt = 100)

Index = Anteil der Auswahl ÷ Marktanteil × 100

Zeigt, ob eine Auswahl über- oder unterdurchschnittlich im Markt vertreten ist.

Lesehilfe: Über 100 = überdurchschnittlich vertreten, unter 100 = unterdurchschnittlich.

Beispiel 8 % ÷ 12 % × 100 = 67

Wachstum ggü. Markt (Pp.)

Differenz = Wachstum der Auswahl − Wachstum des Marktes

Ob die Auswahl schneller wächst als der Markt – in Prozentpunkten.

Lesehilfe: Positiv = schneller als der Markt.

Beispiel 20 % − 8 % = +12,0 Pp.

Preisindex (Markt = 100)

Preisindex = Ø Preis der Auswahl ÷ Ø Marktpreis × 100

Vergleicht das erzielte Preisniveau mit dem Markt.

Lesehilfe: Unter 100 = günstiger als der Markt, über 100 = teurer.

Beispiel 42 € ÷ 50 € × 100 = 84

Preisdurchsetzung

Preisdurchsetzung = Umsatz ÷ (UVP × Menge)

Anteil der UVP, der tatsächlich erzielt wurde – nur für Artikel mit UVP.

Lesehilfe: 100 % = genau zur UVP verkauft. Darunter = Rabatte oder Reduzierungen.

Beispiel 900 € ÷ (100 € × 10 Stk.) = 90,0 %

Anteil reduziert

Anteil reduziert = Stück, die mindestens 3 % unter UVP verkauft wurden ÷ Stück gesamt

Wie viel des Absatzes spürbar reduziert verkauft wurde.

Lesehilfe: Hoher Anteil = viel Abverkauf über den Preis.

Beispiel 30 Stk. ÷ 100 Stk. = 30,0 %

Bestand und Reichweite

Abverkaufsquote (Sell-through)

Abverkaufsquote = Absatz ÷ (Absatz + Bestand am Ende)

Wie viel vom verfügbaren Bestand im Zeitraum schon verkauft wurde.

Lesehilfe: Ab 50 % gilt eine Ware als gut abverkauft. Unter 25 % bindet viel Kapital.

Beispiel 300 Stk. ÷ (300 Stk. + 700 Stk.) = 30,0 %

Nur mit Bestandsmeldungen (INVRPT).

Lagerreichweite

Lagerreichweite (Wochen) = Bestand ÷ (Absatz ÷ Tage × 7)

Wie viele Wochen der Bestand bei gleichem Verkaufstempo reicht.

Lesehilfe: Unter 4 Wochen = knapp, über 26 Wochen = viel zu viel Ware.

Beispiel 700 Stk. ÷ (300 Stk. ÷ 90 Tage × 7) = 30,0 Wo.

Lagerumschlag

Lagerumschlag = Absatz × 365 ÷ Tage ÷ Ø Bestand

Wie oft der Lagerbestand im Jahr umgesetzt wird. Ø Bestand = Mittel aus Anfang und Ende.

Lesehilfe: Höher = Ware dreht schneller.

Beispiel 1.200 Stk. × 365 ÷ 90 Tage ÷ 900 Stk. = 5,41

Lagerdauer

Lagerdauer (Tage) = 365 ÷ Lagerumschlag = Ø Bestand ÷ (Absatz ÷ Tage)

Wie lange ein Stück im Schnitt auf Lager liegt, bevor es verkauft ist.

Lesehilfe: Kürzer ist besser – die Lagerdauer ist der Kehrwert des Umschlags.

Beispiel 900 Stk. ÷ (1.200 Stk. ÷ 90 Tage) = 67,5 Tage

Renner und Ladenhüter

Renner: Abverkaufsquote ≥ 50 % und Reichweite ≤ 4 Wochen
Ladenhüter: Abverkaufsquote ≤ 25 % oder Reichweite > 26 Wochen (bei Bestand)

Einordnung der Artikel nach Abverkauf und Lagerreichweite.

Lesehilfe: Hilft beim Nachbestellen und beim Abbau von Restbeständen.

Nur mit Bestandsmeldungen.

Konzentration und Sortiment

Konzentration (HHI)

HHI = Σ (Anteil in % )²  über alle Marken

Misst, wie stark wenige Marken den Markt bestimmen. Die Summe der quadrierten Anteile in Prozent.

Lesehilfe: Unter 1.500 gering, 1.500–2.500 mäßig, über 2.500 hoch. 10.000 = ein Anbieter.

Beispiel Anteile 40 %, 30 %, 20 %, 10 %: (40² + 30² + 20² + 10²) = 3.000

Nur aus ausgewiesenen Marken.

Top-n-Anteil

Top-n-Anteil = Σ Anteile der n stärksten ausgewiesenen Positionen

Wie viel Absatz die größten Marken oder Artikel zusammen auf sich vereinen.

Lesehilfe: Hohe Werte = Abhängigkeit von wenigen Positionen.

Beispiel Top 3 aus 40 %, 30 %, 20 %, 10 %: 40 % + 30 % + 20 % = 90,0 %

Nur aus ausgewiesenen Positionen.

ABC-Analyse

Artikel nach Absatz absteigend sortieren; kumulierter Anteil bis 80 % = A, bis 95 % = B, Rest = C

Teilt das Sortiment in wenige wichtige (A), mittlere (B) und viele kleine Artikel (C).

Lesehilfe: A-Artikel bringen zusammen 80 % des Absatzes. Ausgeblendete Artikel zählen zu C.

Gruppen nur, wenn keine ausgeblendeten Mitglieder zurückrechenbar sind.

Gini-Koeffizient

G = 2 × Σ (i × x(i)) ÷ (n × Σ x) − (n + 1) ÷ n
x(i) = Werte aufsteigend sortiert, i = Rang

Misst, wie ungleich der Absatz auf die Artikel verteilt ist. Die Lorenzkurve zeigt das gleiche als Fläche.

Lesehilfe: 0 = alle Artikel verkaufen gleich viel, 1 = ein Artikel verkauft alles. Typisch im Handel: 0,5 bis 0,8.

Beispiel Absatz 5, 10, 20, 65 Stk.: 2 × (1×5 + 2×10 + 3×20 + 4×65) ÷ (4 × 100) − 5 ÷ 4 = 0,475

Nur aus ausgewiesenen Artikeln.

Effektive Sortimentsbreite

Effektive Anzahl = exp(− Σ p × ln p),  p = Anteil des Artikels am Absatz

Wie viele Artikel das Sortiment wirklich trägt. Zählt auch die Verteilung mit, nicht nur die Zahl der Artikel.

Lesehilfe: Liegt weit unter der Artikelzahl, wenn wenige Artikel den Absatz tragen.

Beispiel Anteile 50 %, 25 %, 25 %: exp(−(0,5 × ln 0,5 + 2 × 0,25 × ln 0,25)) = 2,83

Nur aus ausgewiesenen Artikeln.

Neuheitenanteil

Neuheitenanteil = Absatz erstmals verkaufter Artikel ÷ Absatz gesamt

Wie stark das Sortiment im Zeitraum durch neue Artikel getragen wird.

Lesehilfe: Erster Verkauf = erster gemeldeter Verkauf im Datenbestand.

Beispiel 180 Stk. ÷ 1.200 Stk. = 15,0 %

Zeit und Schwankung

Saisonindex

Saisonindex = Absatz im Kalendermonat ÷ Ø Monatsabsatz × 100

Wie stark ein Monat über oder unter dem Durchschnitt liegt. Aus bis zu 24 vollen Monaten.

Lesehilfe: 100 = normal, 150 = ein Drittel mehr als üblich.

Beispiel 1.500 Stk. ÷ 1.000 Stk. × 100 = 150

Schwankung (Variationskoeffizient)

CV = s ÷ x̄,  s = √( Σ (x − x̄)² ÷ (n − 1) )

Wie stark die Werte schwanken, im Verhältnis zur Höhe. Der Vergleich ist damit auch zwischen großen und kleinen Warengruppen möglich.

Lesehilfe: Unter 20 % = gleichmäßig, über 50 % = sehr sprunghaft.

Beispiel Wochenwerte 10, 12, 8, 14, 6: s = √(40 ÷ 4) = 3,16 bei Ø 10 = 31,6 %

Nur aus Wochen, die einzeln ausgewiesen sind.

Gleitender Durchschnitt und Ausreißer

Gleitendes Mittel = Mittel der letzten 4 Wochen
Ausreißer: Abweichung vom gleitenden Mittel größer als 2 Standardabweichungen

Glättet kurzfristige Schwankungen. Auffällige Wochen werden sichtbar markiert.

Lesehilfe: Ein Ausreißer ist nicht automatisch ein Fehler – oft eine Aktion oder ein Feiertag.

Beispiel Mittel von 10, 12, 8, 14 = (10 + 12 + 8 + 14) ÷ 4 = 11,00

Schätzung (nur eigene Zahlen)

Saisonal-naiv: Absatz Vorjahresmonat × Trendfaktor
Trendfaktor = Σ letzte 3 Monate ÷ Σ Vorjahr (begrenzt auf 0,5 bis 2)

Eine Schätzung für die eigenen Zahlen, nicht für den Markt. Ergänzt durch eine lineare Fortschreibung der letzten zwölf Wochen.

Lesehilfe: Eine Orientierung, keine Zusage. Marktprognosen gibt es nicht.

Nur für eigene Zahlen.

Statistik und Zusammenhang

Preis-Absatz-Korrelation

Pearson r = Σ (x − x̄)(y − ȳ) ÷ √( Σ (x − x̄)² × Σ (y − ȳ)² )

Misst, ob Preis und Absatz gleichläufig oder gegenläufig schwanken – Woche für Woche.

Lesehilfe: Nahe 1 = gleichläufig, nahe −1 = gegenläufig, nahe 0 = kein linearer Zusammenhang. Zusammenhang ist keine Ursache: Aktionen, Saison und Wetter wirken mit.

Beispiel Preise 1, 2, 3, 4, 5 und Absatz 2, 4, 5, 4, 5: 6 ÷ √(10 × 6) = 0,77

Nur aus Wochen mit ausgewiesenem Preis und Absatz.

Median und Quartile

Quantil q = Wert an Position (n − 1) × q, zwischen zwei Werten linear interpoliert

Der Median ist der mittlere Wert, die Quartile markieren die Viertelpunkte. Sie zeigen die Preisspanne ohne Ausreißer.

Lesehilfe: Der Boxplot zeigt Minimum, Q1, Median, Q3 und Maximum.

Beispiel Median von 2, 4, 6, 8, 10 = 6,00

Mindestens fünf Werte je Box.

Schutz: Jeder Marktwert beruht auf mindestens 5 unterschiedlichen Händlern. Kennzahlen aus ausgeblendeten Werten werden nicht berechnet – auch nicht über Summen oder Rangfolgen.

Prognosen gibt es nur für die eigenen Zahlen. Für den Markt werden keine Zukunftswerte geschätzt.